Allgemein Kommunalpolitik

KÜRZUNGEN SIND BILDUNGSPOLITISCHE BANKROTTERKLÄRUNG

In den letzten Tagen kochte die Diskussion um die vom Thüringer Bildungsministerium verordneten Kürzungen an den Thüringer Hochschulen hoch. Allein die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena soll kurzfristig 10 Prozent der bisherigen Mittel einsparen. Dies zwingt die Universitätsleitung dazu, schon in den nächsten zwei Jahren eine erhebliche Anzahl von Professuren, im großen Umfang Mittelbaupersonal, einige Institute sowie mehrere Studienfächer komplett zu streichen. Dies kann man nur realisieren, indem man Professuren nicht neu besetzt, Institute schließt, generell die Betreuungsschlüssel für die Lehre verschlechtert, geplante Studiengänge gar nicht erst einführt und einige Studiengänge nur noch in Kooperation mit den Partner-Universitäten Halle und Leipzig anbietet.
„Insgesamt ist damit für die Zukunft von einer deutlichen Verarmung des Forschungsspektrums und Studienangebots der FSU auszugehen. Die Streichungen werden die Attraktivität der Universität Jena und damit generell des Hochschulstandortes Jena nachhaltig schädigen und die Studierenden der FSU müssen sich auf erschwerte Studienbedingungen einstellen“, so Julia Walther, Vorstandsmitglied des Studierendenrats.
Die PIRATEN Jena werten dieses rein fiskale und kurzfristige Denken als bildungspolitische Bankrotterklärung. Investitionen in Bildung zahlen sich langfristig immer aus. Gerade für Städte wie Jena ist eine attraktive, finanziell abgesicherte und damit handlungsfähige Universität extrem wichtig. In ganz Thüringen verlieren Städte ihre Bevölkerung und veröden ländliche Bereiche. Ausnahmen sind bisher die Hochschulstädte.
Die Piraten kritisieren zudem, dass die beiden hauptverantwortlichen Minister der schwarz-roten Koalition gemeinsam den Schwarzen Peter für diese Maßnahmen den Hochschulen zuschieben. Nach dem Willen von Wissenschaftsminister Christoph Matschie (SPD) und Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) beschränkt sich die „Autonomie“ der Hochschulen darauf bestimmen zu dürfen, wie sie die Kürzungsvorgaben möglichst schnell und mit wenig Schaden umsetzen. Die Hochschulen können angesichts sinkender Mittelzuweisungen vom Land nicht frei entscheiden, wo sie künftig ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre setzen wollen. Und selbst dabei haben nicht die Hochschulsenate als höchstes gewähltes Gremium das letzte Wort, sondern Hochschulräte, die durch das Land vorwiegend mit externen und damit wissenschaftsfernen Mitgliedern besetzt wurden.
„Für die Piraten ist Bildung grundsätzlich ein hohes Gut und ein Menschenrecht, das nicht leichtfertig zum Spielball tagespolitischer finanz- und koalitionspolitischer Erwägungen gemacht werden sollte. Deshalb unterstützen wir die Proteste der von dem geplanten Kahlschlag Betroffenen – der Studierendenschaft, des wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Hochschulpersonals, der jeweiligen Hochschulstädte und auch die der Thüringer Wirtschaft“, erklärt Bastian Ebert, Kreisvorsitzender der PIRATEN Jena.

 

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Quelle Titelbild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:H%C3%B6rsaal_der_Universit%C3%A4t_Erfurt.jpg

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