Piraten begrüßen neue IT-Strategie der Stadt – falls ihr Taten folgen

Mit der Veröffentlichung einer allgemeinen IT-Strategie versucht die Stadt Jena, den Anforderungen der digitalen Wissensgesellschaft gerecht zu werden. Die PIRATEN Jena begrüßen, dass die angekündigten Maßnahmen nicht nur auf eine moderne und effizientere Verwaltung abzielen, sondern auch den fairen, konstruktiven und nutzerfreundlichen Dialog mit den Bürgern einschließen. So sollen Anfragen und Hinweise an die Verwaltung in einem „transparenten Workflow-System“ sichtbar gemacht und ein Bürgerbeteiligungsportal für alle Altersgruppen etabliert werden.

Lobenswert ist ebenso die Initiative, mit einer eGovernment-Plattform den Online-Zugang zu Verwaltungsvorgängen und einen einfacheren Dialog zwischen Bürgern und Behörden zu gewährleisten. Jena möchte außerdem – wie andere Städte auch – ein OpenData-Portal einrichten, auf dem Bürger und Unternehmen Rohdaten zur Nutzung und Weiterverarbeitung abrufen können.

„Gerade mit offenen Daten würde die Stadt einen ganz gravierenden Schritt nach vorn machen, was Transparenz und Bürgerfreundlichkeit anbelangt“, sagt dazu Clemens Beckstein als Stadtrat der Piraten. „Informationen, die mit dem Geld der Bürger erstellt werden, müssen auch für eine freie Nutzung durch die Bürger zur Verfügung stehen. Auch eine kommerzielle Verwendung dieser Daten insbesondere durch junge innovative Firmen der lokalen Wirtschaft muss unter fairen Bedingungen möglich sein.“

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, besteht allerdings gerade in Sachen Urheberrecht Nachholbedarf. Studien und Gutachten wurden mit dem Verweis auf fehlende Rechte nicht veröffentlicht und damit der Zugang zu wichtigen Dokumenten verhindert. Aus diesem Grund werden die Jenaer Piraten im Stadtrat dazu eine eigene Beschlussvorlage einbringen.

Die in der IT-Strategie erwähnte Nutzung und Bereitstellung von Geo-Daten darf sich nicht nur auf Planungsprozesse innerhalb der Verwaltung beschränken, sondern muss Stadtkarten mit vielfältigen Informationen für alle Bürger zur Verfügung stellen. Auch Eigenbetriebe und Tochterunternehmen der Stadt wie Stadtwerke und Nahverkehr sollten ihre Daten auf einer gemeinsamen Plattform veröffentlichen. Die im Strategiepapier angedachte allgemeine Mobilitätsplattform kann hierzu ein erster Schritt sein.

Klaren Nachholbedarf sehen die PIRATEN Jena zudem in der Verfügbarkeit von frei zugänglichem WLAN in öffentlichen Gebäuden und an Informationsknotenpunkten der Stadt.
Welches Ziel die Stadt mit den angekündigten BigData-Analysen verfolgt, bleibt im Strategiepapier allerdings nebulös. Hier ist eine weitere Konkretisierung erforderlich. Auch ein klares Bekenntnis zum Einsatz von freier OpenSource-Software sucht man in den Leitlinien leider vergebens.

Ob Jena sich mit einem Schaufensterbeschluss begnügt oder den Worten auch Taten folgen lassen will, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

1 Kommentar zu “JENA DIGITAL

  1. BigData bedeutet, man verknüpft die Adressdaten einer Petition mit der Einwohnermeldeamtsdatenbank um ein effizienteres Informationsmanagement etablieren zu können. 😀

    Ich frage mich ja immer noch, wer auf die glorreiche Idee kam den offiziellen Stadtplan der Stadt neu zu programmieren. Die neue Version ist in vielen Bereichen nutzerunfreundlicher und verfügt über weit weniger Informationen, als die alte Version.

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