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Beschlussvorlage Invasive Arten der PIRATEN Jena

Orientalisches Zackenschötchen, Foto von Stefan.lefnaer (https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Stefan.lefnaer), Original: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bunias_orientalis_sl4.jpg

Noch vor der Sommerpause hatten die Jenaer Piraten Heidrun Jänchen und Clemens Beckstein eine Beschlussvorlage in den Stadtrat eingebracht, die die Stadt verpflichten sollte, keine invasiven Arten mehr zu pflanzen. Mit dem nötigen Wissen hatten sie sich beim Umweltbundesamt und der Biologischen Fakultät der Universität versorgt.

„Es geht überhaupt nicht darum, jede gebietsfremde Pflanze in Jena auszurotten“, erklärt Stadträtin Heidrun Jänchen. „Das Bundesnaturschutzgesetz definiert, was invasiv ist. Dazu gehört, dass die Pflanzen im Ökosystem erheblichen Schaden anrichten. Meist vermehren sie sich sehr stark und verdrängen damit einheimische Arten. In Jena sehen wir das besonders bei der Zackenschote.“ (Jena TV berichtete)

Entscheidungshilfen gibt es beim Umweltbundesamt, das schwarze und graue Listen schädlicher Arten führt. Mit eigenen Nachforschungen stellten die Piraten nicht weniger als 17 davon im Stadtgebiet fest. Ihre Sorge wird durch einen Bericht des MDR bestätigt, in dem die Studie „Stadt- und Straßenbäume im Klimawandel“ vorgestellt wurde, die von der Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz GmbH (ThINK) im Auftrag der Stadt erstellt wird. Obwohl eine erste Fassung bereits seit Mai im Dezernat für Stadtentwicklung vorliegt, wurde sie den Piraten auch auf Nachfrage und trotz eines eindeutigen Stadtratbeschlusses zur Offenlegung von Studien und Gutachten nicht zur Verfügung gestellt. Auf Umwegen bekamen sie trotzdem Einblick.

„Mir ist unklar, wie ein Institut, das Nachhaltigkeit im Namen führt, ernsthaft Eschenahorn, Robinie und amerikanische Gleditschie empfehlen kann“, kritisiert Jänchen. Alle drei Arten stehen auf den Listen des Umweltbundesamtes, und im Fall der Robinie kann man schon beobachten, wie sie sich in Jena ausbreitet. „Die Jenaer Artenvielfalt wird leider durch einen Stadtarchitekten gefährdet, der seine eigenen Vorlieben wichtiger nimmt als die Handlungsempfehlungen des Umweltbundesamtes.“

Der Stadtrat konnte sich im Juni nicht zu einer Zustimmung zur Vorlage der Piraten durchringen, sondern verwies sie in den Stadtentwicklungsausschuss. Dort hoffen die Piraten auf mehr Einsicht. Das Bundesnaturschutzgesetz verpflichte die verantwortlichen öffentlichen Stellen ohnehin dazu, die weitere Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Um die für das Mikroklima wichtigen Stadtbäume künftig besser durch Hitzeperioden zu bringen, fordern die Piraten außerdem die Entsiegelung von öffentlichen Flächen. Auch Bewässerungsmaßnahmen dürften kein Tabu sein. Viele deutsche Städte hatten in den letzten Wochen sogar ihre Bürger dabei um Mithilfe gebeten.

Beitragsbild CC BY-SA 3.0, Author: Stefan Iefnaer, Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bunias_orientalis_sl4.jpg

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