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ISEK 08.11.2016: Die Ein-Frau-Show

Ich bin zu spät dran, weil ich bis 16:43 Uhr auf Arbeit noch ein wichtiges Telefonat hatte. Auf der Rathaustreppe begegnet mir Denis Peisker, begrüßt mich freudestrahlend und meint, ich könnte mir Zeit lassen – ich bin die Erste. Im Plenarsaal sind zwei Mitarbeiterinnen des Planungsbüros Complan und drei der Stadtverwaltung dabei, Projektor und Laptop zur Zusammenarbeit zu überreden. Es gibt Kekse, Kaffee, Wasser, Apfelsaft. Nur ein paar Kerzen fehlen …
17:10 Uhr trudelt Thomas Nitzsche (FDP) ein. Der Katzentisch ist komplett. 17:11 Uhr kommt Rosa-Maria Haschke (CDU). Es waren alle 46 Stadträte eingeladen, erfahren wir. Erst 17:25 Uhr taucht Heiko Knopf (Grüne) auf – und geht dafür eher.
Die Rückmeldungen aus den diversen Beteiligungsrunden hat man zusammengefasst. Ein bisschen beschleicht mich der Verdacht, dass die Form in diesem Projekt wichtiger ist als der Inhalt. Zumindest sieht es immer alles sehr neckisch und stylisch aus, aber verständlich wird es nicht. Etwa wenn sich unter „Stark.Handeln.Jena“ die Bürgerbeteiligung versteckt. Mal abgesehen von der grammatischen Entgleisung, die mir seit „Wir.dienen.Deutschland.“ reichlich auf die Nerven geht – ich hätte die da nie vermutet. „Licht.Stadt.Jena“ assoziiert man auch nicht unbedingt mit der Integration ausländischer Fachkräfte, und „Innovation.Jena“ kann man nicht auf Digitalisierung beschränken, ohne die Hauptbranche der Stadt tödlich zu beleidigen – die Optik. Vielleicht hätte ich es so sagen sollen: An der Denkweise der Jenaer Fachkräfte geht das Marketingsprech meilenweit vorbei. Man könnte ja auch einfach „Bürgerbeteiligung“ oder „Weltoffene Stadt“ drüberschreiben, und jeder wüsste, was gemeint ist. Wirkt nur ein bisschen hausbacken, also bürgerverständlich.
Die aufgelisteten Fragen sind in der Summe gar nicht mal so schlecht. Kein Wunder, haben doch Industrievertreter, hyperaktive Stadträte und Bürger immer wieder ihre Themen angeschleppt. Wir sind da hartnäckig. Den an alle Stadträte verschickten Fragebogen zu wichtigen Themen haben übrigens 11 ausgefüllt, also fast 24 % (100 % der Piraten).
Bei Thema 5 von 7 verlassen uns dann Frau Haschke und Thomas Nitzsche, die weitere Termine haben. Ich sitze wieder allein mit der Verwaltung da und kann mich vor allem über die Bürgerbeteiligung samt Bürgerhaushalt, Open Data, aufsuchende Beteiligung und Mängelmelder auslassen, was ich fröhlich tue.
Wir machen ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, also so etwas wie das Evangelium für die Stadt, und die einzigen, für die das oberste Priorität hat, sind die Piraten.

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