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SEA extra 05.05.2017: Der Ausschuss wandert

Wenn es ganz schlimm kommt und Einigung nicht zu erwarten ist, wird ein Ortstermin angesetzt. Diesmal auf einer Straße von beeindruckender Bedeutungslosigkeit – dem Cospedaer Grund. Da gibt es knapp 40 Häuser, verteilt über etwa 1 km. Der grundhafte Ausbau ist mit 1,9 Mio € veranschlagt. Die zu erwartenden Ausbaubeiträge sind geeignet, die Hauseigentümer in den Ruin zu treiben.
Der Termin ist für morgens um 9 angesetzt. Super, denn da erwartet mein Arbeitgeber eigentlich, dass ich die Arbeit auch nehme und mich nicht draußen herumtreibe. Aber die Anwohner scheinen auch ziemlich komplett angetreten zu sein.
Die Lage ist vertrackt. Niemand bezweifelt, dass am unteren Ende etwas getan werden muss. Einerseits plant die Heimstätten-Genossenschaft ein größeres Bauprojekt, das natürlich Verkehr produziert und die Einmündung absehbar überlasten wird. Andererseits ist der Zustand der Straße neben der Papiermühle erbarmungswürdig. Weiter oben allerdings gibt es kaum noch ein Verkehrsbedürfnis, weil in der Sackgasse halt nur wenige Leute wohnen. Die Straße ist zwar nicht luxuriös, aber offenbar ausreichend.
Spannend: Kann man einen Abschnitt zwischen B7 und Einmündung von Am Metztal bilden? Das prüft das Landesverwaltungsamt. Möglicherweise ist dieser Schnipsel zu kurz. Ich versuche herauszubekommen, wie eigentlich Anfang und Ende einer Straße festgelegt werden. Bundesstraße und Ende der Bebauung scheinen dafür hinreichende Anlässe zu sein. Kann man das untere Stück z. B. in einen Platz umwandeln? Das klingt wie die Quadratur des Kreises, denn eine sogenannte „Abschnittsbildung“ ist keine Lösung. Sie würde geradezu festschreiben, dass in den nächsten 10 Jahren der obere Teil grundhaft ausgebaut wird.
Die Beschlussvorlage sieht bislang sowieso den Ausbau der gesamten Straße vor. Das will sichtlich keiner, nicht einmal die Leute von KSJ. Und deshalb wandern wir bergauf, um uns ein Bild zu machen. Die Anwohner weisen auf jeden Wildwechsel am Osthang hin, die KSJ-Mitarbeiter auf jedes Schlagloch und jeden verunkrauteten Abflussgraben.
Die Anwohner bieten schließlich an, Straßenschäden und Verstopfungen bei einem Subbotnik zu beheben, ganz ernsthaft. Wenn ihnen dafür der Ausbau erspart bleibt. KSJ-Chef Feige gibt die Polemik auf und verspricht, sich Gedanken für das untere Ende zu machen. Es scheint, als hätte der Termin Bewegung in die Sache gebracht.
In den zwei Stunden, die wir im idyllischen Cospedaer Grund unterwegs sind, kamen ganze 8 Autos, ein Radfahrer und zweimal das Müllauto vorbei. Das war zwar nicht die Rush Hour, zeigt aber, dass da nichts los ist und Begegnungsverkehr eher selten.
Nebenbei hatte ich Gelegenheit, von Eichplatz-Freiräumen bis Angerkreuzung alles Mögliche mit dem Herrn über alle Jenaer Straßen zu bereden, und das war auch sehr aufschlussreich.

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