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SEA spezial 23.05.2017: Zackenschotenpraktikum

Es war eine Idee der Großen Vorsitzenden Elisabeth Wackernagel (CDU), dass der SEA bei der Bekämpfung des Orientalischen Zackenschötchens helfen sollte – mit einem jährlichen Einsatz.
Der findet in Wöllnitz statt. Die Wiese ist noch wenig befallen. Das sieht nicht wie Kriegsgebiet aus, aber wie die Experten Gunnar Seibt und Gunnar Brehm erklären, ist es genau deshalb die richtige Stelle. Hier hat man noch eine reale Chance, die Invasion aufzuhalten – wenn man etwa fünf Jahre durchhält. Besonders Seibt bewundere ich für diese positive Zähigkeit und seinen Optimismus. Es gibt eine Chance, also greift er zum Spaten. Übrigens ist er der deutsche Zackenschoten-Experte, dessen Untersuchungen zur Bekämpfung von Bundesamt für Naturschutz zitiert werden.
Von den 20 regulären Mitgliedern des SEA haben 6 den Weg auf die Wiese gefunden, paritätisch je 3 von Opposition und Koalition. Von der SPD sind Christian Gerlitz und sein Sachkundiger Herr Kühn da, von den Grünen nur der Sachkundige Lutz Jakob. Die Bürger für Jena haben ebenfalls den Sachkundigen, Dr. Brox, entsendet. Die Piraten sind vollzählig, also zwei. Frank Cebulla schwingt wie ich den Spaten. Wir buddeln anderthalbe Stunde bei freundlichem Wetter in der Wiese.
Nebenher werden Bürger aufgeklärt. „Das gelbe Zeug, das da liegt, ist aber Raps?“, fragt einer. Nein, das sind Zackenschoten, frisch erlegt. Wirklich? Wirklich.
Es gibt viel zu tun in den nächsten zwei, drei Wochen. Wenn Sie ein bisschen Zeit haben, dann suchen Sie sich irgendwo ein Wiesenstück, auf dem Sie Zackenschoten ausbuddeln oder wenigstens abmähen. Solange sie noch gelb blühen, kann man sie liegenlassen oder kompostieren. Danach sollte man besser die Finger davon lassen, denn dann sind sie bereits keimfähig. Man muss das mehrere Jahre nacheinander machen. Aber es funktioniert. Helfen Sie mit, die gelbe Flut einzudämmen, denn auf den Stadtrat ist mal wieder kein Verlass.

9 Kommentare zu “SEA spezial 23.05.2017: Zackenschotenpraktikum

  1. Rosa Maria Haschke

    Ich hätte mich wenigstens entschuldigen können. Aber angesichts der aktuellen Situation zum 4. Entwurf B-Plan Zwätzen-Nord war ich im Baukunstbeirat, der ab 16.30 Uhr tagte.

    • Holger Herrmann

      Baukunstbeirat, sind das jene welche das Papageienhaus so schön fanden, finden?

    • Beim Phyletischen Museum kann man noch Unkrautspaten ausleihen und eine Wiese in Eigenregie bearbeiten. Bewegung an frischer Luft, und außerdem tut man was für den Umweltschutz.

  2. Holger Herrmann

    War den Frau Wackernagel selber da?

    • Nein. Ich habe die Teilnehmer säuberlich aufgelistet. Der Stadtrat mag für die eigenhändige Bekämpfung nicht zuständig sein, aber er entscheidet über den Wirtschaftsplan von KSJ, wo zu wenig Geld für derartige Maßnahmen vorhanden ist. Außerdem befindet er darüber, ob in der Stadt fröhlich weiter invasive Arten gepflanzt werden. Da ist es gut zu wissen, wie lästig die Bekämpfung werden kann. Körperliche Arbeit ist manchmal lehrreich.
      Und außerdem war es nicht unsere Idee, diese Aktion anzusetzen – aber wir waren da. Man muss so etwas nicht beschließen, wenn man sich drauf verlässt, dass die anderen es schon machen werden.

  3. Holger Herrmann

    Dafür ist der Stadtrat nun in erster Linie wirlklich nicht zuständig.

    • Tobias N

      Der SEA kann als ein Gremium aber bestimmte Vorgaben machen. Das preisgekrönte Stadtbaum-Konzept (OK, das Thesenpapier zum Konzept) ist ein Punkt, an der Ausschuss hätte Bedenken anmelden können. Außerdem ist bekannt, wie das Zackenschötchen ins Pennickental kam. Es waren die Straßenbauarbeiten des Eigenbetriebs KSJ. Und damit gibt es auch eine Verantwortlichkeit des SEA.

  4. Andreas K

    Gern erinnere ich mich an das Jahr 2016 zurück. Nach Ihrem Kommentar vom 28.04.2016 „Man will nicht so lange bekämpfen und lieber nach zwei Stunden in die Kneipe“, war niemand verwundert, Sie nicht zu sehen. Nicht auf der Wiese, nicht im Gewitter und nicht bei der Nachbesprechung…

    • Auch wenn es komisch erscheint – es ist verdammt schwierig, zwischen all den Sitzungsterminen Platz für einen Urlaub zu finden. Den muss ich wegen dienstlicher Belange bereits im Dezember planen. Wenn dann kurzfristig ein Termin zur Beruhigung des eigenen Gewissens hinzu kommt, weil man weiter invasive Pflanzen in der Stadt pflanzen möchte, storniere selbst ich ungern meine Buchungen.
      Mein schlechtes Gewissen hält sich allerdings in sehr engen Grenzen. Die Wiese auf dem Artikelbild bearbeite ich seit drei Jahren ganz ohne Mithilfe des SEA – rein zeitmäßig sehr viel mehr als die geplanten 2 Stunden. Inzwischen stellen sich erste Wirkungen ein, aber es wird noch ein paar Jahre dauern.

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