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OB-Wahl: Piraten setzen auf Eichplatz-Aktivistin

Der Kandidat der Jenaer Piraten ist eine Kandidatin: die Physikerin Heidrun Jänchen. Sie meinen, nach 460 Jahren sei die Zeit reif für eine Frau an der Spitze der Stadt, und für diese ganz besonders.
„Am Anfang des Wortes Bürgermeister steht Bürger“, erklärt Jänchen, „und die sollten auch in der Stadtpolitik ganz vorn stehen.“ Von der derzeitigen Verwaltungsspitze habe sie sogar die Frage gehört, was man denn in Brasilien von der Stadt denken sollte. Ihr sei wichtiger, was man in Winzerla, Maua oder Zwätzen von der Stadt und ihrer Verwaltung halte.
Dass sie ein Ohr für die die Einwohnerschaft hat, hat die 52jährige als Sprecherin der Bürgerinitiative „Mein Eichplatz“ bewiesen – drei Jahre vor der Verwaltung präsentierte diese ein Modell mit Hochhaus und großem Stadtgarten an der Johannisstraße und überzeugte damit die Mehrheit der Jenaer. Transparenz und Beteiligung der Betroffenen sind Jänchen auch als Stadträtin wichtig. Was in Stadtrat und Ausschüssen passiert, kann man regelmäßig in ihrem Blog nachlesen. Derzeit ist sie neben der Eichplatz-Planung auch an der Neuplanung des Baugebietes Zwätzen-Nord beteiligt. Beide Vorhaben waren nach massiven Bürgerprotesten vom Stadtrat zurückgenommen worden.
Statt konkreter Bauvorhaben möchte Jänchen lieber eine andere Kultur in der Stadtverwaltung versprechen: mit dem Fokus ganz klar auf den Bedürfnissen der Stadtgemeinschaft und Fakten und Zahlen als Grundlage. Entscheidungen würden oft an Bürgern und harten Fakten vorbei nach Ideologie getroffen, mitunter aus dem Bedürfnis heraus, nach außen zu glänzen und „Vorreiter“ zu sein – egal wobei. Die vollmundigen Wahlversprechen der Konkurrenten hört sie mit Verwunderung. Über die meisten Vorhaben müsste der Stadtrat entscheiden – und da habe der Oberbürgermeister nur eine Stimme von 47. Für die Sportschwimmhalle habe sie sich aber seit ihrem Einzug in den Stadtrat eingesetzt.
Politische Schwerpunkte sind für Jänchen bezahlbares Wohnen, bezahlbarer Nahverkehr, Bildung und Umweltschutz. Das hat sie in immerhin 19 Beschlussvorlagen und 41 Änderungsanträgen im Stadtrat immer wieder deutlich gemacht. Als Optikentwicklerin in der Industrie weiß sie, welche Probleme die Wirtschaft hat – und dass auch Pendler für die Stadt enorm wichtig sind. Die Arbeit sorgt dafür, dass sie die Bodenhaftung nicht verliert. „Egal, was der Stadtrat beschließt – die Kollegen fragen mich am nächsten Tag, was wir uns dabei gedacht haben“, weiß sie.
Auf die Frage, was sie für das Amt des Oberbürgermeisters mitbringe, sagt Jänchen: „Ich kann in komplexen Zusammenhängen denken. Die Stadt ist wie ein riesiger Organismus, in dem alles mit allem zusammenhängt. Derzeit gibt es zu oft scheinbare Lösungen, die zehn neue Probleme verursachen, weil sie nicht gut zu Ende gedacht wurden. Das muss sich ändern.“ Außerdem sei sie nicht leicht zu entmutigen – der Widerstand gegen die Eichplatz-Bebauung habe ja auch lange Zeit als aussichtslos gegolten.
Mehr über die Kandidatin erfahren Sie hier.

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