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Sozialausschuss 12.06.2018: Schwimmen mit und ohne Hub

1. Tagesordnung

einstimmig

2. Protokollkontrolle

bei vielen Enthaltungen von Zweien angenommen (Ich war in dieser Sitzung auch nicht da, weil auf Dienstreise)

3. Vorhaben Schwimmsporthalle Lobeda

Es gab einen Prüfauftrag, ob das Baufeld ein zusätzliches Lehrschwimmbecken hergäbe. Das Problem: Würde man nur ein einziges großes Becken bauen, dann müsste man die Hälfte davon mit einem Hubboden ausrüsten und für spezielle Nutzungen wie Kinderschwimmen und Wassergymnastik die Temperatur ändern – angesichts der Größe des Beckens eine ungeheuer aufwendige Angelegenheit. Das Architekturbüro Geising&Böker hat das untersucht. Die bauen in ganz Deutschland Hallenbäder verschiedenster Art.
Die ermittelten Baukosten:
– nur 50-Meter-Becken mit Hub 11,15 Mio. €
– 50-Meter-Becken ohne Hub, Lehrschwimmbecken ohne Hub 13,1 Mio. €
– 50-Meter-Becken ohne Hub, Lehrschwimmbecken mit Hub 13,50 Mio. €
– 50-Meter-Becken mit Hub, Lehrschwimmbecken ohne Hub 14,1 Mio. €
Die Betriebskosten lägen minimal bei 1,38 Mio. €, maximal bei 1,702 Mio. €/Jahr.
Für das Lehrschwimmbecken sprechen die Möglichkeit verschiedener Temperaturen parallel statt nacheinander, die bessere Grundstücksnutzung und die höhere Flexibilität. Die reine Hallenfläche wäre natürlich auch größer. Auf der anderen Seite stehen höherer Invest, höhere Betriebskosten und die nötige Anpassung des Nachbargebäudes, das auf der angrenzenden Seite dann keine Fenster haben könnte. Da müsste eine Brandmauer hin. Das Nachbargebäude soll ein Jugendzentrum werden, und bisher hat keiner eine Ahnung, wie man das passend machen könnte. Aber ein minimaler Abstand von ein paar Metern wäre auch keine sinnvolle Lösung.
Eigentlich will der ganze Ausschuss das separate Lehrschwimmbecken. Wenn man einmal eine Schwimmhalle baut, ist die allgemeine Meinung, dann sollte man nicht schon wieder halbe Sachen machen. Angesichts der immensen Ausgaben für ein Fußballstadion ohne Tartanbahn ringsum sind die drei Millionen eigentlich ein Klacks, den die Stadt sich gönnen sollte – zumal es auch für Schwimmbäder neuerdings Fördermittel gibt.
Man rechnet mit drei Jahren für den Bau, je zur Hälfte für die Vorbereitung und die eigentlichen Bauarbeiten.
Die Vorlage, die sich auf die Zahl und Größe der Becken noch nicht eindeutig festlegt, wird einstimmig angenommen.

4. Vorhaben Leichtathletikanlage

Hier geht es um die Rekonstruktion der Anlage unter dem Jenzig. Beim ersten Anlauf gab es da einige Unstimmigkeiten unter den Beteiligten. Inzwischen hat ein Gespräch mit den Betroffenen stattgefunden. KIJ soll noch prüfen, ob ein Flutlicht möglich ist. Insgesamt könnte der Immissionsschutz der Knackpunkt werden, sagt Bürgermeister Schenker, weil es im Umkreis inzwischen viel mehr Wohnbebauung gäbe. Ich hätte vermutet, dass es für die seit anno Toback existierende Sportanlage einen Bestandsschutz gibt.
Die Nutzer seien vorerst glücklich.

5. Sonstiges

Geldbeschaffung
Für das neue Förderprogramm des Landes und das auszuarbeitende Konzept für Familienförderung wurden 10.000 Fragebögen an zufällige Bürger verschickt. Außerdem wurde per Mail der Fragebogen an Vereine, Schulen; Kitas und sonstige „Träger“ verschickt. Man hofft auf rege Beteiligung.
Orbit, die die merkwürdigen Fragebögen der Kinder- und Jugend-Studie zu verantworten haben, macht wieder die Auswertung. Das Konzept muss bis Anfang November beim Land eingereicht werden.

Fachkräftemangel in Kitas – was tut die Stadt?
Eine Frau der städtischen Personalabteilung referiert. Es sind nur 11 kommunale Kitas von insgesamt 68. Es gäbe eine Dauerausschreibung auf der Internet-Seite der Stadt. Dafür gäbe es auch regelmäßig Bewerber. Im Moment sei die Lage eher günstig, was mit dem Ausbildungsverlauf zusammenhänge. Fachkräfte für heilpädagogische Förderung fehlen, deshalb ist Inklusion ein Problem.
Bürgermeister Schenker ergänzt, dass es in Jena 80 Förderpädagogen in Schulen gäbe, davon würden 6 in Rente gehen; nur eine rückt nach. Es würden zu wenige an der Uni ausgebildet. Man könnte das nicht machen wie 1945, wo die Lehrer von der Straße kamen. Eventuell müsste man die vorhandenen Lehrer entsprechend weiterbilden.
Die Fluktuation an Kitas sei eher gering – 2 bis 3 gingen im Jahr, und das überwiegend aus persönlichen Gründen. Demnächst würden auch etliche in Rente gehen. Das mit den befristeten Stellen erklärt die Frau damit, dass ein halbes Jahr Probezeit in der großen Stadtverwaltung nicht ausreiche, um die Eignung einzuschätzen, deshalb werde immer für 1 Jahr befristet ausgeschrieben. Dieses Jahr wurden 25 entfristet. Sie nennt das „ein Stück Qualitätssicherung“. Die Gesetzesänderung im Zusammenhang mit dem kostenlosen Kita-Jahr mache für die Stadt ganze 5 VBE aus, also eine viertel bis halbe Stelle pro Einrichtung.

Parken für Behinderte
Hr. Barth, der zuständige Beauftragte, freut sich, dass nach dem Thema gefragt wurde. Behinderte mit entsprechendem Ausweis könnten auf allen Parkplätzen kostenfrei parken, auch auf Anwohnerparkplätzen. Vor dem eigenen Haus kann man einen beantragen.
Elisabeth Wackernagel (CDU) will wissen, wie persönliche Parkplätze rückabgewickelt werden, wenn der Nutzer verstirbt. Das ist anscheinend ungeregelt. Die Verwandten hätten in der Regel andere Probleme, als ausgerechnet einen Parkplatz abzumelden. Dadurch komme es zu Verzögerungen. Wackernagel erwartet von der Stadt eine Überprüfung. Die wisse ja, wer verstorben sei.

Verein in Nöten
Fr. Thiele berichtet, der Verein JuMäx habe einen Antrag auf Förderung an die Stadt gestellt, um eine Ferienfreizeit für Mädchen von 13 bis 17 und teilweise mit Migrationshintergrund zu finanzieren. Ihnen ist ein Sponsor ausgefallen. Mit je 900 € beteiligen sich die Ressorts von Fr. Bartlau (Frauen) und Fr. Thiele (Integration).

20:14 Uhr ist der Ausschuss fertig.

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