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Wahlkampf 20.03.2018: Hundehaufen im Schulnetzplan

Der Stadtelternbeirat, Lobbyorganisation der Kita-Kinder-Eltern, hat in einer merkwürdigen Stückelung eingeladen: Am Montag Martina Flämmich-Winckler, Denny Jankowski und Benjamin Koppe, der einen Vertreter schickte, um selbst nach Löbstedt zu fahren, am Dienstag Albrecht Schröter, Denis Peisker, Thomas Nitzsche und mich. Vielleicht hat das nichts zu bedeuten.
Die Debatte fängt tatsächlich nicht mit der Kitaplanung an, sondern mit Hundehaufen und dem Ruf nach Hundetoiletten. Ich bin für Hundewiesen. Einerseits kann man einen Hundehaufen nie komplett entfernen, wenn er erst einmal auf der Wiese liegt, und andererseits finde ich es auch sicherer für freilaufende Kinder – damit sie nicht unversehens zu Beute werden.
Erfreulich schnell geht es um harte Themen. Wie geht man mit den Bedarfsschwankungen an den Kitas um? Mein Vorschlag, variable Gebäude zu bauen, die auch mal als Klassenzimmer oder Seniorentreff dienen könnten, stößt auf Interesse. Ist aber nur die halbe Miete. Ein großes Problem sind die Sockelarbeitsverträge, die dazu führen, dass die Kita-Betreuerinnen (und zunehmend Betreuer) ihr Leben nicht planen können. Die Arbeitszeit wechselt von Monat zu Monat – und das Einkommen auch. Man hätte lieber Zeitkonten und ein Springerteam an den 11 städtischen Kitas. Ich kritisiere die befristeten Verträge, die auch keinen motivieren. Außerdem würde ich als OB dem Land auf die Nerven fallen, damit sich dort die Erkenntnis durchsetzt, dass Kinder kontinuierlich übers Jahr geboren werden, aber nur einmal im Jahr eingeschult, starre Betreuungsquoten also nur auf dem Rücken der Mitarbeiter eingehalten werden können.
Dazu kommt, wie ich erfahre, dass der Krankenstand hoch ist. Nicht etwa wegen Infektionen, wie ich vermutet hätte, sondern wegen Rückenschmerzen und Stress. Hier zahlt es sich aus, seit Jahren Betriebsrat zu sein – nur dass ich regelmäßig nicht daran denke, dass es in der Stadt Personalrat heißt. In diesem Kreis funktioniert auch der Vorschlag, den Lehrerberuf aufzuwerten. Es sind Leute, die konkrete Probleme haben. Einer heißt Fachkräftemangel. Der Schulmangel kommt gleich danach.
Ich schlage Pragmatismus vor, wie er am Anger- und Schott-Gymnasium praktiziert wurde und zur Rettung eines Klassenzuges führte, der nach irgendwelchen idealistischen Bildungskonzepten eigentlich keinen Platz in der Schule gehabt hätte. Außerdem plädiere ich dafür, Schulen nach dem Unterricht stärker als soziale Räume zu nutzen – wie mit der Bürgerversammlung von Löbstedt in der Rauhtalschule. Dann täte es weniger weh, wenn sie mal nicht zu 100 % ausgelastet sind.
Aus der Runde kommt der Vorschlag, die Unternehmen zum Bau von Kitas zu motivieren. Das ist ein moderner Ansatz. Sollte irgendwas sein, sind Eltern innerhalb von wenigen Minuten in der Kita und können sich kümmern. Die Betreuungszeit sinkt in der Regel, weil das Kind wirklich nur während der Arbeitszeit abgegeben wird. Andererseits wären Unternehmen, die von ihren Mitarbeitern viel Flexibilität verlangen, weil teilweise spätabends noch Telefonkonferenzen stattfinden, auch motiviert, entsprechend flexible Betreuungszeiten anzubieten. Das soll nicht die Regel werden, aber wenn Not am Mann oder an der Frau ist, gäbe es eine stressarme Lösung.
Nach fast drei Stunden ist dann tatsächlich Schluss. Ich lerne noch etwas: In Kitas muss man immer oben neben der Tür einen Knopf drücken, um unten die Klinke betätigen zu können. Immerhin – das meistere ich im ersten Anlauf.

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