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Wahlkampf 23.03.2018: Baden gehen

Die Sportschwimmer, die wir Piraten schon vor fünf Jahren einluden, um uns den Bedarf an Schwimmfläche erklären zu lassen, haben die Gelegenheit ergriffen und die OB-Kandidaten vorgeladen. Am Eingang liegen die Unterschriftenlisten für einen Einwohnerantrag für den Bau einer Sportschwimmhalle aus. Daran bin ich nicht unschuldig.
Die Präsentation des Schwimmvereins wird von Mal zu Mal besser. Inzwischen hat man eine Firma gefunden, die Fertigteil-Schwimmhallen baut. Kosten 8 Mio. Euro.
Man will wissen, ob die Kandidaten Sport treiben. Wenn ich nicht gerade wahlkämpfen würde, dann würde ich um diese Zeit Karate trainieren. Das hat keiner erwartet.
Eigentlich dachte ich, dass die Debatte schnell vorbei ist, weil ja inzwischen jeder die Schwimmhalle als Wahlkampfthema entdeckt hat. Ist aber nicht. Zunächst geht es eher abstrakt um den Standort, ohne dass man schon alle Informationen zusammen hätte. Es gibt eine ominöse Studie, die am 17. April, also zwei Tage nach der Wahl, im Bäderbeirat beraten werden soll. Bis dahin ist Tappen im Dunklen angesagt.
Ich werde ungehalten, als sich Amtsinhaber Albrecht Schröter hinstellt und erklärt, er sei definitiv für die Schwimmhalle, aber der Stadtrat habe halt Prioritäten gesetzt und müsste jetzt beschließen, ob er die Halle vorziehen wolle. Er könnte das leider nicht allein beschließen. Ich finde, als OB kann man sich nicht einfach hinter dem Stadtrat verstecken, wenn man selbst alle Beschlussvorlagen einbringt, die genau diese Prioritäten festlegen. Außerdem hatte der Sozialausschuss einstimmig beschlossen, dass die Planung der Schwimmhalle 2018 beginnen soll. Verhindert hat diesen Beschluss Albrecht Schröter, der gegen diese Feststellung empört protestiert – aber Martina Flämmich-Winckler bestätigt meine Aussage.
Interessant ist, dass das Land offenbar 1,2 Mio. € zur Schwimhalle beisteuern möchte, aber der Antrag bis Monatsende vorliegen müsste. Da man das Thema erst im Wahlkampf entdeckt hat, hat man ein antragsfähiges Projekt noch nicht fertig. Immerhin hat Dezernat 4 Geld für die Sanierung der Schwimmhalle in Lobeda beantragt, das man vielleicht umleiten könnte. Aber ob man die Million nun abgreifen kann, ist unklar. Eine Million klingt viel, ist aber nicht mehr als 10 Euro pro Kopf. Ich biete an, mich mit dem Hut auf den Markt zu stellen und das Geld aufzutreiben. Der USV hat so seine große Ballsporthalle finanziert.
Stadtentwicklungsdezernent Denis Peisker keilt gegen mich aus und unterstellt mehr oder weniger wirtschaftlichen Leichtsinn. Man dürfte, sagt er, keinesfalls die „Axt an die Stadtwerke anlegen“, weil die den Verlust der Bädergesellschaft trügen. Damit gefährde man den Bau der Schwimmhalle. Ich erkläre, was die Axt ist: die Prüfung, welche finanziellen Auswirkungen eine Rekommunalisierung von jenawohnen hätte. Erst rechnen, dann vorlegen, dann beschließen. Die versammelte Wählerschaft freut sich..
Der Wahlkampf beginnt, lustig zu sein. Die unsachlichen Angriffe erinnern mich an die Endphase der Eichplatz-Abstimmung. Ich nehme das mal als positives Vorzeichen.

2 Kommentare zu “Wahlkampf 23.03.2018: Baden gehen

  1. Ich wünsche dir, dass sich die WählerInnen nicht vom „Piraten“-Logo abschrecken lassen – und Vernunft, Engagement und Menschlichkeit hier vorankommen. Schade, dass ich nicht in Jena wählen kann.

  2. Holger Herrmann

    Läuft hier wieder mal gerade etwas schief?
    Wenn Dennis Peisker verkündet, dass die Sportschwimmhalle nur möglich ist, wenn die bestehende Schwimmhalle in Lobeda geschlossen wird, gibt es dann Verbesserungen für das Schulschwimmen und das Schwimmen interessierter Bürger der Stadt?
    Die Wasserfläche wird größer. Was aber wird mit den verfügbaren Zeiten?
    Bekannte von uns fahren einmal wöchentlich sehr früh nach Lobeda in die Schwimmhalle. Mehr ist da zeitlich seitens der Schwimmhalle nicht möglich.
    Sie sehen in einer Vergrößerung der Schwimmfläche keine Verbesserung, wenn die Zeiten nicht mehr werden.

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